Bänninger Gießen - Reiskirchen

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Seit über 100 Jahren produziert das Familienunternehmen Fittinge (Kupplungsstücke für Verbindung vor Röhren) aus Metall und Kunststoff und exportierte diese in über 100 Länder. Bänninger beschäftigte zeitweise über 1000 Mitarbeiter. Trotz der Übernahme durch ein US-Unternehmen ist Bänninger weiterhin weltweit mit seinen Produkten erfolgreich.

1909 gründete der Schweizer Bürger Karl Bänninger I. (1843-1911) in Gießen unter der Firmierung "Bänninger GmbH" eine Fittingsfabrik. Der Gesellschaftsvertrag wurde am 23.6.1909 geschlossen. Bänninger hatte zu der Zeit schon eine lange berufliche Tätigkeit im In- und Ausland hinter sich, als er im Alter von 60 Jahren sich selbständig machte und sich als Standort für die Fabrikationsablagen für das u.a. verkehrstechnisch gelegene Gießen am Erdkauterweg entschied.

Sein Sohn, Karl Bänninger II. führte nach einem längeren Studienaufenthalt in den USA, wo er moderne Produktionsfertigung kennengelernt hatte, das Unternehmen in Gießen fort. Der zweite Sohn Max übernahm die kaufmännische Leitung. Dank der Kenntnisse von Karl aus den USA konnten im Todesjahr seines Vaters 1911 die ersten Tempergussfittings unter der Marke >B< nach den neuen Verfahren ausgeliefert werden.

Den Ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen mit den üblichen Arbeitsbehinderungen.

Nach dem Krieg trat der Schwager Dr. med. Erasmus Pauly in das Unternehmen ein. Er organisierte den Einkauf und vertrat das Unternehmen in den verschiedenen Fachverbänden.

Nach Beginn des Aufschwungs nach den Inflationsjahren führte Bänninger das Glühen des Tempergusses in einem Tunnelofen ein. Die zunehmende Bautätigkeit förderten die Umsätze derart, dass bald Exporte in fast 40 Ländern möglich wurden, die ein Drittel des Umsatzes ausmachten. Die Belegschaft nahm ständig zu.

1938 trat mit Dr. Helmut Buddensiek ein weiterer Schwager in das Unternehmen ein.

Im zweiten Weltkrieg musste das Metallunternehmen neben ihrer eigenen Produktion auch Aufträge für das Heer übernehmen. Gegen Ende des Krieges wurde das Werk weitgehend durch Luftangriffe zerstört, wobei auch der Betriebsleiter Huttl und ein Teil der Belegschaft ums Leben kamen. Durch den Verkaufserlös von Lagerbeständen wurde das Werk nach dem Krieg wiederaufgebaut und 1946 begann die Produktion unter erschwerten Bedingungen. Neben Temperguss-Fittings stellte man nun auch Lötfittings aus Rotguss und Kupfer her.

1951 schied Max Bänninger altersbedingt aus. Neue Geschäftsführer wurden Ernst und Karl Bänninger jr. und ab 1956 Dr. Hellmut Buddensiek. Die Bänninger GmbH beschäftigte bereits 900 Arbeitnehmer und konnte 1956 das 50jährige Jubiläum feiern. 1951 betrug das Stammkapital 4 Mio. DM, das sich bis 1973 auf 32 Mio. DM erhöht hatte. 1968 wurden über 1000 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Laufe der Zeit wurden Werke an mehreren Standorten, gegründet. Im Werk Reiskirchen, heute Hauptsitz des Unternehmens, wurde 1971 mit der Fertigung vom Kunststofffittings begonnen.

Als in den 1960er Jahren der Import in Schwung kam, musste Bänninger auf Grund billiger Importwaren 11 von 15 Betriebe schließen und 200 Arbeitsplätze abbauen. Dennoch betrug die Gesamtbelegschaft 1968 der Bänninger GmbH über 1000 Personen.

Die zunehmende Konzentration der Unternehmen über Grenzen hinaus führte 1982 zur Übernahme der Kapitalmehrheit durch die Nibco Inc., USA. mit der bereits eine mehrjährige Kooperation bestand. Karl ging in den verdienten Ruhestand und Ernst Bänninger übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat, während Dr. Ewald Döring Vorsitzender der Geschäftsleitung wurde. Am 15.12.1993 wurde gar ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Delta Group Overseas Holding GmbH als beherrschendem Unternehmen geschlossen. Nachdem 1997 das Stammkapital von 32 Mio. DM auf 19,5 Mio. DM herabgesetzt worden war, wurde 1998 ein Teil des Vermögens auf die International Building Products Deutschland GmbH (IBP, der 1994 das Unternehmen Conex eingegliedert wurde) in Frankfurt übertragen, dessen Geschäftssitz 1999 von Frankfurt nach Gießen verlegt wurde. 2001 wurde der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Delta Group aufgehoben.

Ein weiterer Produktionshöhepunkt waren die >B< Oyster Übergangsfittings sowie Fittings aus C-Stahl und Edelstahl. Die Einführung von Armaturen erweiterte das Angebot.

Nach diesen unternehmerischen Zusammenschlüssen wurden weitere Werke in China, den USA, Kanada und Australien gegründet. Das Produktionsprogramm wurde bezüglich der Größe und der verwendeten Materialien (z.B. Carbon), auch für extreme Anwendungen, erweitert, für die es z.T. strenge Auflagen gibt (z.B. Trinkwasser), wobei die Entwicklung von Steckfittings für einfache Handhabe besonders vorangetrieben wurde. Das Sortiment von 10.000 Produkten wurde ergänzt durch Kugelhähne für Heizungs-, Trikwasser-, Gasinstallation und für CO2 Kältemittel.

Der britische Eigner hatte im Jahre 2010 für 500 Mitarbeiter die Betriebsrente ausgesetzt, was zu heftigem Unmut geführt hatte. Das Unternehmen erklärte dazu, dass es durch die Niedrigzinspolitik nicht mehr möglich sein, aus der Stiftung der Familie Bänninger in den 30er Jahren noch genügend Mitte zu erwirtschaften. Die Herausgabe der kommunistischen Betriebszeitschrift „Rot-Guss“ durch Mitglieder der KPD/ML-ZK 1972 dürfte das Verhältnis zum Unternehmen zusätzlich belastet haben.

Inzwischen ist das Betriebsgelände am Erdkauterweg aufgegeben worden und der Hauptsitz des Unternehmens Bänninger in das Werk Reiskirchen verlagert worden. Grund waren die unterschiedlichen Logistikanforderungen. Spielte früher ein Eisenbahnanschluss eine bedeutende Rolle, sind es heute die Autobahnen, über die der Versand läuft. Hier befindet sich das Betriebsgelände an der B49, nur wenige hundert Meter vor dem Autobahnkreuz Reiskrchen entfernt. Bänninger fertigt in Reiskirchen hauptsächlich Kunststofffittings, währen Conex die anderen Produkte ergänzt.

Sitz des Gesamtunternehmens Conex |Bänninger ist in Linden. Die IBP Conex Bänninger stellt Verbindungstechnik & Armaturen für häusliche, gewerbliche und industrielle Anwendungen her und arbeitet eng mit Kunden aus der Sanitär-, Heizungs-, Klima und Medizintechnik-Branche zusammen. Beide Unternehmen sind mit ihren ca. 900 Mitarbeitern Mitarbeiter Europas Marktführer auf dem Gebiet von Kupferrohrverbindungen.