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Der Vogelsberg ist der größte, aber erloschene Vulkan Europas. Die vulkanische Aktivität des Vogelsberges erreichte vor etwa 17 bis 14 Millionen Jahren ihren Höhepunkt. Während dieser Phase floss Magma aus dem Erdinneren und lagerte sich in mehreren Schichten ab. Aus diesem Magma wurde im Laufe der Jahrmillionen eisenhaltiges Basaltgestein.

Die in der Lava enthaltenen schwereren Metalle lagerten sich in geologischen Senken ab. Zu Beginn der Erdneuzeit wurden Brauneisensteine durch tiefgreifende Verwitterung, Zersetzung und Verlagerung aus der bis zu 12% Eisen enthaltenden Basaltlava ausgeschieden und reicherte sich in Form von Schnüren und Nestern an, die als Stückerz oder Wascherz Verwendung fanden.

Wie Zeugnisse der Römer im Limes und der Kelten am Glauberg zeigen, wurde schon lange diese eisenhaltigen Klumpen, die beim Pflügen der Äcker an die Oberfläche gelangten, aufgesammelt oder es wurde an diesen Fundstellen nach Eisenerz gegraben und der zu Tage geförderte Brauneisenstein in kleinen Schmelzstätten durch Waldschmiedebauern verhüttet. Viele Flurnamen weisen heute noch darauf hin.

Die Schwerpunkte der Fundstätten liegen innerhalb des Städtedreiecks Lich-Hungen-Laubach und in noch dichterem Ausmaß zwischen Ohm, Lumda und Seenbach. Grenzpunkte des zuletzt umrissenen Gebietes sind etwa die Orte Grünberg, Geilshausen, Bleidenrod, Elpenrod und Freienseen.

 

Im Mittelalter bildeten sich Waldschmiedegenossenschaften, u.a. in Sichenhausen, Unter-Sorg, Billertshausen und Ermenrod. Deren Mitglieder arbeiteten zusammen und betätigten sich gleichermaßen als Bergleute, Köhler, Schmelzer oder Schmied.

Einen eigenen Berufsstand für die Bergleute ist erst im 16. Jahrhundert nachgewiesen, wo Bergleute im Niddatal für die Hirzenhainer Hütte arbeiteten.

Eine überregionale Bedeutung erlangten die Eisenerze erst bei Bildung des Deutschen Reiches und dem damit verbundenem Bau  der Oberhessischen Eisenbahnen (Vogelsbergbahn Gießen-Fulda bzw. Gießen – Gelnhausen (heute: Lahn-Kinzig Bahn) zwischen 1869 und 1871).

Von besonderer Bedeutung wurden zunehmend die Erzwäschen, da das Wascherz erst aufbereitet werden musste, bevor es verhüttet werden konnte. Die Hütten bevorzugten das hochwertigere Stückerz. Die größte Erzwäsche vor dem Ersten Weltkrieg bestand die 1908 in Weikartshain eröffnete Anlage, die einen Gleisanschluss an die Eisenbahnstrecke Laubach-Mücke besaß, die über die Bahnstrecke Friedberg-Mücke eine Verbindung zur Main-Weser Bahn schuf.

 

Die wichtigsten Betreiber der Brauneisenstein-Bergwerke waren Buderus, vornehmlich mit seinen Hochöfen in Lollar, Wetzlar und Hirzenhain, und die Gewerkschaft Louise in Essen. Die Gewerkschaft Louise arbeitete mit den damals modernsten technischen Mitteln.

1935 gingen fast alle Grubenfelder auf Buderus über. Die Gruben lieferten zunehmend weniger Ertrag, so dass viele Betriebe geschlossen wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging nach einer kurzen Erholungsphase der Abbau zurück. 1966 wurden die letzten Gruben geschlossen.

Literatur:

Gerorg,Haus, Porezag: Erzbergbau in Hessen, Wetzlar 1985, S.347ff

H. Kosog: Der Erzbergbau im Bereiche des einstigen Gerichts Nieder-Ohmen, Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen 40 (1955)

Geopark Vogelsberg: https://www.geopark-vogelsberg.de/aktuelles-aus-dem-geopark/details/glueck-auf-oberhessen.html

eingesehen 0702.2024

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