Cloos Schweißtechnik - Haiger

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Werkhalle 1
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Vor ca. 100 Jahren gründete der Ingenieur Carl Cloos ein Werk für Schweißtechnik. Durch viele Patente revolutionierte er die Schweißtechnik. Seine Nachfahren bauten das Familienunternehmen weiter aus und entwickelten Schweißroboter für die Automobil-industrie. 2019 übernahm das chinesische Familienunternehmen ESTUN, das Schweißroboter für den LKW-Bau herstellt, das Mittelhessische Unternehmen.
1919​ gründete der Ingenieur Carl Cloos (1894-1981) in Siegen-Weidenau ein Unternehmen zur Herstellung von Acetylen-Gaserzeugern und Autogenschweißbrennen. Unter dem Leistungsbegriff „Apparatebau, Maschinen- und Metallwarenfabrik“ gab es in den Anfangsjahren wechselnde Partner und Firmierungen. Carl Cloos warb für seine Leistungen schon früh auf der Messe in Leipzig. Daraufhin expandierte das Unternehmen nach dem Ersten Weltkrieg schnell.
1924 musste sich das Unternehmen vergrößern. Dazu wurde ein Gelände südwestlich von Siegen in Haiger, einer Kleinstadt am Nordwestrand des Westerwaldes, erworben. Mit der Fertigstellung der Fertigungshalle 1 und des Verwaltungsanbaus verlegte Cloos den Firmensitz und die Produktion nach Haiger.

Wenige Jahre später beschäftigte die Firma bereits 80 Mitarbeiter. Die Konzentration auf die Herstellung von Acetylen-Gaserzeugern und Autogenschweißbrennern hatte dem Unternehmen eine solide Grundlage beschert, zumal Carl Cloos eigene Patente entwickelte, z.B. Mitte der 1920er-Jahre die Acetylentechnik auf Hochdruckanlagen für eine zentrale Gasversorgung.

Die Firma „Carl Cloos Autogenwerk, Haiger/Dillkreis“ bezog 1936 eine neue Fabrik, 1939 entstand eine weitere Halle. Carl Cloos’ Söhne Walter, Erwin und Helmut wuchsen mit dem Unternehmen auf. Die Historie nichts über die weitere Entwicklung bist 1945.

 

Nach den Kriegsjahren kam mit der Währungsreform die Fertigung langsam wieder in Gang. 1948 nahm CLOOS eine Produktionslinie von Schweißanlagen für Stabelektroden in Betrieb – der Beginn eines erneuten Aufschwungs. Hatte das Unternehmen lange als größerer Handwerksbetrieb agiert, schuf Carl Cloos nach dem Zweiten Weltkrieg industrielle Strukturen. Damals traten auch seine drei Söhne in das Unternehmen ein. Die beiden Kaufmänner Walter (1922–2003) und Helmut (1926–2010) engagierten sich im Vertrieb, der Ingenieur Erwin Cloos (1924–2000) im technischen Bereich.

Mit der Herstellung neuartiger Acetylen-Gaserzeuger, einer Alternative zur teuren Gasflasche, begründete Cloos seinen Ruf als führendes Unternehmen moderner Schweißtechnik.

Die ersten Messen wurden wieder beschickt, 1949 ging es nach Leipzig, 1950 zur Industriemesse in Hannover.

Als die Gasschweißgeräte Anfang der 1950er Jahre immer weniger nachgefragt wurden, konzentrierte sich CLOOS auf Elektroschweißgeräte. 1956 stellte CLOOS auf der Industriemesse in Hannover ein neuartiges Kohlendioxyd-Schutzschweißgerät vor, dass Maßstäbe in der Verbindungstechnik setzte. Eine weitere von Cloos entwickelte vollautomatische Schwellenschweißanlage bildete die Grundlage für die weitere Automatisierung des Schweißens.

Mit dem Einstieg des Tüftlers Erwin Cloos und seiner Brüder in das Unternehmen gelang die Positionierung in der Spitzengruppe der Hersteller von Schweißtechnik. Die Beispiele für die erfolgreichen Innovationen sind zugleich ein Abriss der Geschichte der Schweißtechnik: die Integration von Schutzgasschweißautomaten in komplette Fertigungslinien (1958/59), die Entwicklung von Schweißgleichrichtergeräten mit neuen Siliziumdioden (1961), erste Impulslichtbogenschweißanlagen zur Verbesserung des Aluminiumschweißens (1968), erstes berührungsloses Nahtsuchsystem (1977), Impulsstromquellen auf Transistorbasis (1981). Die rechnergesteuerte Leistungsprogrammierung gibt es in MIG/MAG-Impulsstromquellen seit 1996/97. Eine weltweit führende Rolle hat CLOOS mit dem seit 1996 forcierten Tandemschweißen übernommen. Früh erkannte man auch, welches Potenzial die Kombination von Schutzgasschweißen und Laserschweißen bot. Die innovative, zusammen mit FANUC entwickelte Technologie wurde 2004 auf der Euroblech präsentiert. Nach der Überwindung einiger Hürden, vor allem in Sachen Wirtschaftlichkeit, gehört das Hybridschweißen heute zum selbstverständlichen Leistungsumfang bei CLOOS.

Cloos Katalog: „Der Roboter Typ R55/56 ist mit Schweißausrüstung und Software lieferbar, von Jungheinrich als R50 für das Handling lieferbar. Preis für den Roboter mit 3 kg Traglast: 134.000 D-Mark.“ Tatsächlich bezog CLOOS die Steuerungen für Roboter von Jungheinrich und übernahm diesen Bereich, als der Staplerhersteller den Roboter- und Steuerungsbau aufgab. Ab 1986 betrieb CLOOS eine eigene Steuerungsentwicklung für Roboter und gründete dazu das Schweizer Tochterunternehmen Cloos Engineering S.A.

 

Für die Zukunft ist CLOOS technologisch gerüstet und hat die Infrastruktur für weiteres Wachstum geschaffen. Das Unternehmen konzentriert sich mit Hightech-Produkten rund um das manuelle und automatisierte Schweißen. Dabei soll verstärkt auf Vernetzung und Digitalisierung gesetzt werden. Die Nachfrage nach modernen Automatisierungssystemen und Schweißgeräten mit hochwertigen Prozessen ist im Zeitalter von Industrie 4.0 und Digitalisierung sehr groß und wird von CLOOS mit Tochtergesellschaften in Ost und West abgedeckt. Die Unternehmensgruppe hat weltweit etwa 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 500 davon im Stammwerk Haiger, darunter Auszubildende in neun technischen und kaufmännischen Berufen.

Im Jahre 2019 gab die Carl CLOOS Schweißtechnik überraschend bekannt, dass ein Zusammenschluss mit dem chinesischen Automatisierungsspezialsten ESTUN Automation Co. Ltd. aus Nanjing stattgefunden hat. Das chinesische Unternehmen, das ebenfalls ein Familienunternehmen ist, hat dafür 196 Mio. EUR bezahlt, mehr als der einene Umsatz.

Durch die Übernahme von Cloos strebt die Estun-Gruppe an, ein weltweit führendes Robotik-Unternehmen zu werden. Estun gehört nach Einschätzung von Experten (neben Siasun, Efort, GSK, STS und Greatoo) bereits zu den größten chinesischen Roboterherstellern.

ESTUN ist mit seinen Industrierobotern in China und weltweit gut eingeführt. Estun ist besonders im chinesischem  Nutzfahrzeugbau gut eingeführt.