Die Friedrichshütte in Laasphe

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Die Friedrichshütte bei Bad Laasphe besteht als Eisenwerk seit 1799. Seit der Erweiterung und den Umbau der Eisenhütte durch den Grafen Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein trägt die Hütte seinen Namen. Sie wurde zwar mehrfach verpachtet, befand sich aber immer in Familienbesitz und seit 155 Jahren auch ununterbrochen in Familienregie.

Urkundlich wird die Hütte zum ersten Mal im Jahre 1450 erwähnt. Die Urkunde sagt aus, dass Graf Georg den Personen Claus Schoten aus Eisemroth, Hans Boppen und Heinrich Christian von Oberscheld die Eisenhütte für zwölf Jahre in Erblehen übergeben hat. Die Eisenhütte wird in der Urkunde noch als „Waldschmiede mit Hofstatt auf der Banfe unter dem Kalkberge“ bezeichnet. Als Lehenspacht waren jährlich zehn gute Gulden, zwei Pflugscharen und zwei „Sechs“ zu leisten. Auch dem Grafen wird eine Pflicht auferlegt: er hat dafür zu sorgen, dass im Umkreis von einer Meile keine weitere Waldschmiede oder Hütte errichtet wird.

 Vor Gründung der Waldschmiede und Eisenhütte auf der Banfe unter dem Kalkberg befand sich seit unbestimmter Zeit auf dem Gelände der Laaspher Hammer. Bei Erweiterung der Anlage zu einer Eisenschmelze und deutlicher Vergrößerung der Anlage durch den regierenden Grafen Friedrich wurde der Name des Werkes nun Friedrichshütte genannt.

Da sich die Friedrichshütte auf den ehemaligen Laaspher Hammer gründet, war seit 1799 sowohl die Eisenverhüttung als auch die Eisenverarbeitung in einem Werk gemeinsam anzutreffen.

Gemeinsam genutzt wurde auch das Wassergefälle des bei der Friedrichshütte „Obergraben“ genannten Baches für die Walkmühle, bei der er als Sägemühlen Unterwasser bezeichnet wird. Um diese im Fideikommiss (bei Erbschaften nicht teilbar) gelegenen Wassergefälles hat es viele Jahre Rechtsstreite gegeben. Letztendlich konnte erst Freiherr Friedrich Carl im Jahre 1920 das Nutzungsrecht für die Friedrichshütte aus dem Fideikommiss käuflich erwerben.

Die Hütte hatte wöchentlich eine bestimmte Menge Roheisen an den Hammer zur Herstellung von Stabeisen zu liefern.

   Fürst Friedrich hatte Kinder aus zwei Ehen: Die Kinder der ersten Ehe traten das Erbe des Fürsten-, die der zweiten des neu errichteten freiherrlichen Hauses an. Den ersten gehörte der gesamte Fideikommissbesitz, zu den anderen der allodiale (ererbte und frei verfügbare) Besitz der Friedrichshütte. Die Besitze lagen also nicht mehr in einer Hand. Seit dem Fortfall dieser Personalunion ruhten die zwei Funktionen in den Händen zweier Personen.

   Die Friedrichshütte war 1799 nur mit einem auf die damaligen Verhältnisse zugeschnittenen Gelände ausgestattet worden. So war das seinerzeit ausreichende Gelände ringsum vom Fideikommissbesitz, zu dem auch der Hauptteil des für den Hüttenbetrieb lebensnotwendigen Wassergefälles gehörte, eingeschnürt. Als Folge davon war, dass die Hütte auf wünschenswerte Erweiterungen gänzlich verzichten musste oder notwendige nur auf Grund kleiner, dem Fideikomnmiss mühsam abgerungener Zugeständnisse vornehmen konnte, für die die Hütte oft unverhältnismäßig hohe Opfer bringen musste. Damit stand das Gedeihen der Friedrichshütte in einer ungesunden Abhängigkeit von dem Grad der Wärme zwischen dem freiherrlichem und dem fürstlichen Haus ab und belastete die Hütte, neben den sonst üblichen technischen, finanziellen und wirtschaftlichen Sorgen, in erheblichem Maße zusätzlich.

    1799 baute Graf Friedrich Carl zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein einen für die damalige Zeit modernen Hochofen. Er war mit einem Schrägaufzug zur Beschickung versehen. Die Erze bezog er aus den inzwischen erworbenen Gruben des Dillgebietes und die Holzkohle aus den eigenen Wittgenstein'schen Buchenwäldern. Graf Friedrich Carl, der 1801 gefürstet wurde, war für technische Neuerungen besonders aufgeschlossen war. Aus der Ehe mit der nach Standesrecht nicht ebenbürtigen Luise von Köhler entsprangen sieben Kinder, die die ersten Glieder der freiherrlichen Familie von Wittgenstein wurden. Nach dem Tode des Fürsten im Jahre 1832 führte seine Gemahlin das ihr aus dem Allodialbesitz übereignete Werk zunächst alleine fort, bis der älteste Sohn Carl, der Jura studiert hatte das Werk übernehmen konnte. Ihm gelang es mit Hilfe seiner Frau Berta das Werk weiter auszubauen. Carl erbaute Anfang der 50er Jahren ein neues Wohnhaus für seiner Familie, das 1854 bezogen wurde und „Carlsburg“ genannt wurde.

   Auf der Friedrichshütte wurde damals Holzkohle-Roheisen zum Verkauf hergestellt sowie direkt aus dem Hochofen gegossene Gegenstände ohne Umweg über eine zweite Schmelzung. Darunter befanden sich auch Öfen.

Der Hochofen der Friedrichshütte lieferte 33.639 Zentner Roheisen in Gänzen und Masseln im Wert von 68.551 Talern und 6651 Zentner Roheisen zu Guss verarbeitete mit einem Wert von 19.841 Talern. 1865 wurden 57 Arbeiter beschäftigt. Damit stand die Friedrichshütte an 5. Stelle im Bereich des Bergamtes Siegen unter 35 Eisenhütten.

   Produkte der Hütte im Gusswarenbereich waren neben den erwähnten Öfen des Weiteren Herde unterschiedlichster Art, Poteriewaren, sowie Kleingussteile als Zubehör (Füße, Rohrstutzen) und sonstige Gussteile für Haus und Hof.

   Im März 1854 wurde die erste Dampfmaschine mit hohen Kosten erstellt, während die ersten Kupolöfen erst um die 1860er Jahre erbaut wurden.

   Ab den 1830er Jahren machte sich jedoch schon die Überlegenheit der englischgen Stahlindustrie bemerkbar. Billiges Roheisen, englische Kohle und Erze drängten auf den Festlandmarkt. Die Holzkohle hatte ausgedient, nachdem durch den Eisenbahnbau Kohle und Erze preiswert transportiert werden konnte. Das führte in der Folgezeit zu einer allmählichen lokalen Verlagerung. Stahlwerke entstanden plötzlich in Stettin, einem großen Hafen für Importerze und Kohle. Die Hütten an Lahn und Dill konnten noch für eine gewisse Zeit auf die Abnahme ihres Holzkohleroheises vertrauen, weit es einen ausgezeichneten Ruf genoss, aber der Übergang zum reinen Gießereibetrieb und der Eisenverarbeitung war unausweichlich.

   Fürst zu Sayn- Wittgenstein Hohenstein sah sich veranlasst, den preußischen König 1842 die Situation drastisch zu schildern, Zölle zu fordern und andere administrative Maßnahmen, die er im Einzelnen an Beispielen deutlich ausführt. Vor allem warnte er von der Aufnahme Belgiens in den Deutschen Zollverein, der den preußischen und nassauischen Hüttenbetrieben den Todesstoß versetzen würde. Hierbei spielt er auch auf eine zu erwartende Verarmung der Fürsten an, die je ihrerseits der größte Steuerzahler waren. Aber erst die Revolutionsjahre von 1848 brachte in Deutschland die Kreise der gewerblichen Wirtschaft um 1851 an den Verhandlungstisch. Die Deutsche Eisenindustrie besann sich auf Notmaßnahmen und gründet ein Roheisensyndikat, den „Verein zum Verkauf von nassauischem Roheisen“ und forderten die Nachversteuerung der sich bereits in deutschen Lagerhäusern eingelagerten Bestände englischen und belgischen Roheisens.

   Die Konkurrenz der Hütte aus dem Ruhrgebiet, die das Heizmaterial in Form von Kohle vor der Tür hatten wurde immer fühlbarer. So entschloss sich die Friedrichshütte das Roheisen selbst zu verarbeiten und stattdessen Gusswaren zu verkaufen. Dazu wurden Anfang der 1860er Jahren Kupolöfen zu errichten. Das nassauische Eisen gestattete einen besonders dünnwandigen Guss.

   Die Öfen der damaligen Zeit dienten nicht nur zum Heizen, sondern auch für Koch- und kleingewerbliche Zwecke. Je nach Verwendungszweck und regionalen Eigenheiten wurden große Variationen des gleichen Ofenmodells angeboten. Die Abrechnung erfolgte nach Gewicht. Für einen einzigen Großabnehmer in Leipzig führte die Friedrichshütte über 500 Modelle. Der Bedarf war so groß, dass die Friedrichshütte alleine nach Leipzig im Jahr 50 bis 60 Waggons lieferte.

   Mit Fertigstellung der Eisenbahnstrecke von Marburg bis Kreuztal im Jahre 1889 bestand nun ein Anschluss der Friedrichshütte an die Ruhr-Sieg-Strecke. Die Friedrichshütte konnte nun Roheisen von den Hütten an der Ruhr und des Siegerlandes preisgünstig kaufen, so dass eine eigene Roheisenproduktion durch Heranschaffen des Erzes per Pferdefuhrwerke unrentabel geworden war. So wurde der Hochofen 1891 ausgeblasen und stillgelegt.

Mit der Einstellung des Hochofenwerkes begann ein großzügiger Ausbau des Werkes unter Frhr. Albrecht von Wittgenstein, dem 1850 geborenen zweiten Sohn des Frhr. Carl von Wittgenstein.

   Solange die Ofenbranche gute Gewinne erzielte, wurde der Markt mit einer Überzahl von Modellen überschwemmt, die nur mit immer höheren Rabatten verkauft werden konnten. Der Ofenmarkt geriet vollends aus den Fugen. 1912 gründete eine Anzahl von Ofenherstellern die „Vereinigung Deutscher Ofenfabrikanten“. Hierbei handelte es sich im Prinzip um ein Kartell, das zunächst aber nur Ober­grenzen für die Rabatte festlegte.

   1903 starb Frhr. Albrecht. Seine Gemahlin Julie Freiin von Breidenbach übernahm mit dem ältesten Sohn Erich die Leitung des Unternehmens. Zum Direktor wurde Leopold Herbst ernannt. 1908 übernahm Erich, der älteste Sohn der Freiin, die Leitung des Werkes. Bei der inzwischen nachlassen­den Ofennachfrage und der allgemeinen Kon­junkturlage waren schwierige Entscheidungen zu treffen und versäumte Investitionen nachzuholen. Um die verkaufs­schwachen Frühjahrsmonate zu überbrücken, nahm Erich 1908 Verbin­dungen zu einer Holländischen Großhan­dels­­firma für Öfen und Gusswaren auf, die sich zwar bis zur einer persönlichen Freund­schaft entwickelte, aber nur wenige Erlöse einbrachte.

   Im Ersten Weltkrieges wurde Erich so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Die nicht adlige Ehefrau wurde abgefunden und Erichs drei Schwestern leiteten mit Frhr. Friedrich Carl von Wittgenstein das Unter­neh­men. Der Hauptabnehmer der Gussprodukte war nun die Wehrmacht. Sie forderte zunächst Grau­guss­granaten, später auch Haubitzen­granaten.

   Nach Kriegsende wurden im Landkreis zwei Armeekorpse demobili­siert, wozu auch die Friedrichshütte als Lager für Material und Unterkunft der Pferde genutzt wurde. Während der Inflationszeit musste wegen des Verfalls der Reichsmark eigenes Notgeld ausge­geben werden, was auf vielen Hütten üblich war. Die Vereini­gung Deutscher Eisenofenfabri­kanten (VEDEO) wählte 1921 Friedrich Carl von Wittgenstein zum Vorsit­zenden, der dieses Amt 27 Jahre lang führte.

    Einen bedeutenden wirtschaftlichen Erfolg brachte ein neues Ofenmodell, der „Petringofen“. Hierbei handelte es sich im Prinzip um einen Heißluftofen mit niedriger und breiter Bauart, der wegen des Erfolges schnell von den anderen Ofenbauern kopiert wurde. Daneben entstand, mehr aus Zufall, eine Kunstgusssparte, die allerlei Ehren-, Gedächt­nis- und Grabtafeln herstellte.

   Nach dem Krieg bestand eine große Wohnungs­not, da praktisch der private Wohnungsbau zehn Jahre und mehr zum Erliegen gekommen war. Dieser wurde nun nachgeholt, so dass die Ofenhersteller hohe Umsätze erzielten und in den Jahren 1924/25 auch gute Gewinne verbuchen konnten. Die Friedrichshütte hatte wieder die alte Beleg­schaftsstärke von 200 Mitarbeitern. Der hohe Investitionsstau zehrte die Gewinne jedoch fast auf. Daraufhin trennte sich die Friedrichs­hütte zur Erzielung besserer Liquidität von ihrem restlichen Grubenbesitz durch Verkauf an den Hessen-Nassauischen Hüttenverein.

   Nach der Revolution von 1918 entfielen viele Rechte des Adels und die Grundstücke und Wasserrechte konnten leichter getauscht oder veräußert werden. Die Friedrichs­hütte konnte als Folge ein direkt angren­zendes Gelände erwerben und auf diesem eine Reihe von Werkswohnungen errichten. Dazu kam ein neues, größeres Emaillierwerk, das notwendig wurde, weil die holländische Kundschaft nur emaillierte Öfen nachfragte. 1922 wurde eine neue Gießerei in Betrieb genommen und in Laasphe neue Werkswohnungen errichtet. 1930 waren die alten Kupolöfen durch moderne ersetzt worden. Fast gleichzeitig begann die große Wirtschaftskrise, so dass in der gesamten Gießerei nur noch 30% der ursprünglichen Menge gegossen wurde. In dieser Phase kam es zu einer Interessen­gemeinschaft mit dem Hessen- Nassauischen Hüttenverein in der Gießerei. Es mussten aber dennoch Mitarbeiter entlassen werden, die aber zumeist bei Buderus eine Beschäf­tigung zu gleichen Bedingungen erhielten.

  1932 schloss der Hessisch-Nassauische Hütten­verein eine Interessen­gemeinschaft mit Buderus ab, die 1935 zu einer völligen Verschmelzung der Betriebe führte. Einen solchen Vertrag hatte die Friedrichshütte ebenfalls mit Buderus geschlossen, der auch auf eine Verschmelzung hinlief. Buderus benötigte für eine besonders wichtige Kriegsproduktion die modernen Kupolöfen der Friedrichshütte, die abmontiert und auf der Wilhelmshütte in Dautphetal wiederaufgebaut wurden. Nach Einzug der meisten Mitarbeiter zum Kriegsdienst wurde die Friedrichshütte gegen den heftigen Protest des Frhr. v. Wittgenstein geschlossen. Mit Hilfe der Kreisbehörde gelang es jedoch, die Interes­sengemeinschaft zu lösen. Die finanziellen Auseinander­setzungen zogen sich bis 1942 hin. Bis dahin stand der Betrieb still. Da die Gießerei abmontiert und auch das Email­lier­werk stillstand war ein Neuanfang kaum möglich. Hier brachte der Landrat den Frhr. v. Wittgenstein mit Dr. Oskar Waldrich und Dr. Richard Walle zusam­men, die eine neue Kommanditgesellschaft, das „Eisenwerk Friedrichshütte KG Frhr. von Wittgen­stein“ gründeten. Die restli­chen Familienmitglieder firmier­ten als Grund­stückseigen­tümer zur Vermei­dung von Verwechselungen seitdem unter „Carl v. Wittgenstein OHG in Friedrichs­hütte-Laasphe“ und verpachteten den Betrieb an die neu gegründete KG.

   Da ein Gießereibetrieb wegen finanzieller Bedingungen und behördlicher Auflagen nicht mehr aufgebaut werden konnte, richtete die neue Betriebsgesellschaft 1942 zunächst eine Auto­gen­schweißerei, danach eine Elektro­schweißerei und eine Blechbear­beitungswerkstatt ein. Für die Kriegs­wirtschaft wurden Be- und Entlüf­tungs­anlagen für Bergwerke und Bunker hergestellt und Abwurfbomben mit Lebens­mittel für eingeschlossene Truppen. Die nicht verwen­deten Abwurfbomben gingen nach Kriegs­ende an die Friedrichshütte zurück. Aus ihnen stellte man Öfen für Fabrikräume her, deren Nachfrage so groß war, dass der Vorrat bald verbraucht war und man sich bemühte, weitere solcher Geräte anzukaufen.

   In den letzten Kriegsjahren wurden in den leerstehenden Räumen der Gießerei einige Firmen untergebracht, die in ihren eigenen zerstörten Fabriken nicht mehr produzieren konnten. Als Arbeitskräfte waren 50 sog. Fremdarbeiter aus Russland sowie 30 Letten und Esten eingestellt. Kurz vor Kriegsende ordnete der Landrat die Aufnahme eines Wehrmachts-Ersatzteillagers auf der Fried­richs­­hütte an. Nachdem die Amerikaner den Betrieb besetzten, machte sich der Zorn der Fremdarbeiter Luft und sie entwendeten alles, was gegen Lebensmittel eingetauscht werden konnte, so dass ein hoher Schaden entstand.

    An einem geregelten Betrieb war nach Kriegsende nicht zu denken, so dass zunächst die Schweißerei auf Friedensproduktion umgestellt und alles produziert wurde, was man gerade brauchen konnte. 1948 konnte die Gießerei und das Email­lierwerk wieder in Betrieb genommen werden und 1949 die Ofenproduktion. Nach schwierigen Verhand­lungen mit den Alliierten und zustän­digen deutschen Behörden wurden die tech­nischen Voraussetzungen für die erneute Aufnahme der Ofenproduktion geschaffen. Man konstruierte neuzeitliche Modelle, so dass nach und nach der alte Kundenstamm wieder zurückgewonnen werden konnte.

1966 musste jedoch wegen der übermächtigen Konkurrenz größerer Unternehmensgruppen die Produktion eingestellt werden. 165 Arbeiter ver­loren ihre Beschäftigung.

   Zwei Jahre später wurde mit der Herstellung von Gusswaren und einer Belegschaft von 45 Mitar­beitern noch einmal ein Neubeginn gewagt. Diesem war jedoch kein Erfolg beschieden. So musste das Werk Anfang 1970 endgültig schließen.

 

Heutige Situation (2018)

 

Einige Gebäude des Eisenwerkes sind heute noch vorhanden. Der alte Bahnhof „Friedrichshütte“ wird vom Roten Kreuz genutzt. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude ist eine Bad- und Fliesenfirma heimisch geworden. Ein großes Produktionsgebäude, verschiedene Teile der Bahnhofs- und Gleisanlagen und ein mit zwei länglichen Dachlüftungshauben versehener Lagerschuppen, der von der Fliesenfirma mit genutzt wird, sind vorhanden. Andere Areale des ehemaligen Werkgeländes werden von der Raiffeisengenossenschaft und dem städtischen Bauhof genutzt.