Gruben im Schelderwald

Gr. Königszug Zechenhaus
Nikolasstollen Wirtshaus
Königszug Westschacht
Bahnhof Herrenberg
ehemal. Kohlebunker
ehem. Grubenanlage
Herrenberg 1
Ypsilanta
J.C._Grün_Eisenstein-Bergbau_Dillenburg.
Erzgruben im u. um den Schelderwald
Guben an der Dill (2)
Burger Stollen c
Auguststollen
Grube Königszug um 1900 (samml
Stolleneingang
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In den Höhenzügen um das Scheldetal bei Herborn befinden sich die größten Eisenerzlagerstätten des Lahn-Dill-Gebietes. Sie gehören zu den besonderen Merkmalen der Wirtschaftsgeschichte-Mittelhessens an Lahn und Dill. In den Gemarkungen Hirzenhain, Nanzenbach, Oberscheld, Eibach, Eisemroth und Offenbach sind dieses vornehmlich die Gruben Amalie, Neue Lust, Friedrichszug, Königszug, Prinzkessel, Ypsilanda, Auguststollen, Sahlgrund, Falkenstein und Rothland. Jede Grube hatte mehrere Stollen, oft über ein Dutzend. Unter allen ragte die Grube Königszug besonders hervor, die sich im Laufe ihrer Betriebszeit zu größten Eisenerzgrube Hessens entwickelte. Zur Aufbereitung der Erze wurde die Anlage Herrenberg errichtet, zu der es seit 1871 eine Eisenbahnverbindung bis gab. Die Jahreshöchstleistung der seit 1650 betriebenen Grube Königszug wurde 1975 mit 142.249 Tonnen Eisenerz von keiner Grube des Lahn-Dill-Reviers übertroffen.  Die meisten Gruben gehörten dem Hessen-Nassauischen Hüttenverein der Familie Grün. Die Grube Königszug sicherte sich der Fiskus. Nach dem Bau der Deutz-Gießener Eisenbahn wurde der hochwertige Roteisenstein auch zu den Hochofenwerken entlang der Lahn zu weiter entfernten Verarbeitungsstätten befördert.

Nach Einführung des Bessemer- und Thomasverfahren verloren die Dillerze an Bedeutung, da sie für diese Verfahren wegen ihres hohen Phosphorgehaltes ungeeignet waren. Andererseits ergaben die Erze besonders gute Gusswaren, z.B. für Hufeisen und Kanalisationswaren. Letzte begründeten u.a. den Weltruf der Firma Buderus, die zeitweise zum größten Stahlkonzern in Deutschland wurde. 1935 hatte Buderus alle Gruben des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins und 1937 auch die Grube Königszug übernommen.

Gruben im Schelderwald

Ein altes und bedeutendes Zentrum der Eisenerzförderung und der Hüttenindustrie befand sich in der Gegend zwischen Dillenburg, Herborn und Biedenkopf, vor allem beiderseits des Schelde- und Dietzhölztales.

Die Eisenerzgruben im Schelderwald gehören zu dem „Eibacher“ (oder mittlerer) Lagerzug von insgesamt sieben Roteisensteinlagerzügen des Dillreviers. Dieser Lagerzug ist der mächtigste und lieferte den hochwertigsten Roteisenstein.

Von den Dutzenden Gruben seien im Folgenden nur die wichtigsten dargestellt.

Amalie

1821 bewegte der Hütteninspektor Jung aus Steinbrücken Peter Klaas aus Nanzenbach, die Verleihung des Grubenfeldes in der Gemarkung Hirzenhain (Dillkreis) auf Eisenerze zu beantragen. Die Verleihung erfolgte daraufhin noch im selben Jahr. Das Grubenfeld liegt am Nordrand des „Eibacher“ Roteisensteinlagerzuges. Hier wurde nachweislich schon zu früheren Zeiten Eisenerz abgebaut.

Der Abbau war wenig erfolgreich. Bald war dar Roteisenstein abgebaut und man stieß auf den weniger ergiebigen Flusseisenstein, so dass die Förderung 1882 eingestellt wurde. Nach dem Bau des Hochofenwerkes 1905 in Oberscheld wurde der Betrieb 1906 wiederaufgenommen, zumal jetzt Strom zur Verfügung stand, mit dem viele Maschinen und Arbeitsgeräte betrieben werden konnten. 1917 ging man vom Stollen- zum Tiefbau über. 1927 förderte die Grube 10 600 t Eisenstein. Mit dem Übergang im Jahre 1933 an Buderus begann die Förderung rapide zu steigen. 1937 erreichte die Förderung mit 63 500 Tonnen ihren Höchststand. Die Grube Amalie war mit einer über 1 km langen Seilbahn mit der Grube „Neue Lust“ verbunden.

Nach dem Krieg begann man mit 67 Bergleuten, aber der Abbau ging nach einem kurzen Boom bis 1950 ständig zurück. 1950 förderten 49 Bergarbeiter noch 25 636 Tonnen Erz. 1951 Wurde die Grube geschlossen. Im letzten Jahr hatten 24 Mann Belegschaft 8 131 t Eisenstein abgebaut. Erhalten sind einige Gebäude und Schachtanlagen.

 

Neue Lust

1822 pachtete Johannes Thomas aus Nanzenbach das Grubenfeld. 1835 ging sie in das Eigentum des Hüttenbesitzers Justus Kilian und war der wichtigste Eisenlieferant für seine Kilianshütte (später Wilhelmshütte) in Dautphetal bei Biedenkopf. 1893 gelangte sie in Besitz des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins, der auch zuvor die Wilhelmshütte erworben hatte und vergrößerte dessen Bergwerksbesitz im Schelderwald.  Im selben Jahr wurden 13 092 t Eisenstein gefördert. Gefördert wurde aus dem tiefen Stollen der die Lager „Heide“, „Neue Lust“, Mittellage“ und „Rothenstein“ verband. Das Erz wurde mit Fuhrwerken zunächst nach Biedenkopf zur Verhüttung gebracht, ab 1872 zur Bahnstation der Scheldetalbahn am Nicolausstollen. 1911 führte man Druckluft in der Grube ein, 1914 elektrischen Strom. 1914 wurden 11 306 t Eisenstein gefördert. Im ersten Weltkrieg wurde eine 1100 m lange Seilbahn zur Grube Amalie und eine weitere gleichlange von dort zur Aufarbeitungsanlage Herrenberg an der Scheldetalbahn errichtet. Im ersten Weltkrieg waren 110 bis 130 Bergleute beschäftigt, die jährlich zwischen 14 000 und 20 000 Tonnen Erz förderten. Während der Wirtschaftskrise in den 1920er Jahren ging die Förderung zurück und 1931 erfolgte die erste Stilllegung. Nach dem Übergang auf Buderus im Jahre 1933 wurden in den 40er und 1950er Jahren wieder, 1956 über 22 000 Tonnen im Jahr von 40 Bergleuten gefördert. 1959 musste die 180 m tiefe Sohle aufgefahren werden. Nach den gesamtwirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde die Grube 1962 endgültig stillgelegt. Aus ihr wurden in 140 Jahren ca. 1,5 Millionen Tonnen Erz gefördert. Erhalten blieb das 1916 erbaute Wohn- und Zechenhaus und ein quadratischer Turm mit Pyramidendach.

 

Friedrichszug

1883 erwarb Buderus das Grubenfeld „Friedrichszug“ nördlich von Oberscheld für 575 000 Mark vom Freiherrn von Wittgenstein. Ein Jahr später hatte das Bergwerk schon eine Belegschaft von 74 Mann, die im Jahr 11 600 Tonnen Roteisenstein gefördert hatten. Mit Fuhrwerken wurde das Erz zur Bahnstation Nikolausstollen gefahren. 1884 förderte die Grube mit 84 Mann Belegschaft 11 605 t Roteisenstein, der über die Bahnstation am Nikolausstollen abtransportiert wurde. Ab 1910 erreichte es über eine 1 km lange Seilbahn dorthin. Bis 1916 hatte sich die Förderung mehr als verdreifacht und betrug 1916 über 37 000 Tonnen bei 81 Belegschaftsmitgliedern.  Nach einer Stilllegung in den 20er Jahren ermöglichten 1926 Staatshilfen die Wiederaufnahme des Betriebes. Es wurde Stollen bis über 300 m Tiefe errichtet und zur Belüftung eine Verbindung zur nahen Grube „Königszug“ hergestellt. Der Abtransport des Erzes erfolgte nun über eine Feldbahn zur Grube „Stillingseisenzug“ und von dort über eine Seilbahn direkt zum Hochofen Oberscheld. Die Grube hatte ihre eigene Aufbereitungsanlage. Ab 1910 wurde ein neues Zechenhaus mit Umkleide- und Waschräume errichtet.

Trotz nachlassender Fördermenge wurde ab 1933 weiter Erz abgebaut, die Grube aber endgültig 1948 geschlossen.

 

Stillingseisenzug

Das Bergwerk „Stillingseisenzug“, früher auch „Albertszug“ nahe Oberscheld befand sich ab 1820 im Besitz des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins des Grubenbesitzers J.J. Jung, einem Nachfahren des Arztes und Schriftstellers Jung-Stilling, an dem der Grubenname erinnern sollte. Die Grube wurde zusammen mit den nahen Gruben „Nikolausstollen“ und „Königszug“ betrieben. Aufbereitet wurde das Erz in einer 1874/75 gebauten Anlage an der Scheldertalbahn nahe der damaligen Enstation „Nikolausstollen“. Der Grubenbetrieb schritt rasch voran: 1890 wurde ein Maschinenschacht abgeteuft und ab 1908 mit komprimierter Luft gearbeitet. 1911 errichtete man eine Seilbahn zur zentralen Aufbearbeitungsanlage beim Bahnhof Herrenberg. Im Ersten Weltkrieg entstand das neue Zechenhaus mit Wasch- und Umkleideräumen. Es wurden im Jahr ca. 20 000 Tonnen, 1914 sogar 34 650 Tonnen Erz gefördert. Konjunkturbedingt nahm die Ausbeute bis 1932 ständig ab. Danach folgte die Zusammenlegung mit der Grube „Königszug“. Zur Grube „Friedrichszug bestand schon eine Stollenverbindung.

Die Selbständige Förderung endete 1941. Danach wurde die Förderung der Grube „Königszug“ zugerechnet.

 

 

Königszug

 

Im Jahre 1819 wurden die Gruben „Stollenhecke“, „Königsstein“, „Kohlengrube“ und „Schlitz“, auf denen schon lange Eisenerz gefördert wurde (Grube Königszug seit 1650), zur Grube „Königszug“ zusammengelegt (konsolidiert). Das große Grubenfeld überdeckte das Grenzgebiet der Gemarkungen Nanzenbach und Eibach. In seiner wechselvollen Geschichte entwickelte sich die Grube zum größten Bergwerk Hessens. Die neue Grube wurde dem nassauischen Fiskus verliehen.  Nach der Annexion Nassaus durch Preußen unterstand die Grube der Berginspektion in Dillenburg und wurde von der Fa. J.J. Jung, später Hessen-Nassauischer Hüttenverein verwaltet. Den ersten Aufschwung erlebte das Bergwerk mit der Fertigstellung der Scheldetalbahn im Jahre 1872. Die Produktion stieg binnen weniger Jahre von ca. 36 000 auf über 60 000 Tonnen/Jahr. Die Hochöfen im Ruhrgebiet waren Hauptabnehmer des Roteisensteins, zu denen kurz nach Eröffnung der Bahn 60 000 Tonnen im Jahr geliefert wurden. 1890 wurde der alte Hauptschacht abgeteuft. 1914 betrug die Belegschaft bereits 400 Mann. Nach den Krisenjahren der Weimarer Zeit erfolgte ein neuer Aufschwung nach 1933. 1937 übernahm Buderus die Grube für 2,5 Mio. RM und entwickelte sich danach zum größten und modernsten Betrieb von Buderus.  1947 wurde der Westschacht in Betrieb genommen und 1955 kam ein neuer Zentralschacht hinzu mit einem Schrägaufzug und 1957 wurde oberhalb des Bahnhofs Herrenberg der Ostschacht angelegt.  Er hatte im Endausbau eine Tiefe von 545 Meter. Weitere oderirdische Bauten folgen, darunter ein sehr modernes Zechenhaus. Modernste Technik ermöglichte eine Leistung von 3,3 Tonnen pro Schicht im Jahre 1950, 1962 waren es bereits 6,1 Tonnen. Die Belegschaft betrug 560 Mann. Die Gesamtförderung betrug 142 240 Tonnen im Jahr 1957 aufbereiteter Roteisenstein.

In den 60er Jahren drängten billigere und bessere Auslandserze auf den deutschen Markt, die per Binnenschiff die Standorte im Rhein-Ruhr Revier erreichten. Hinzu kam, dass die heimischen Erze wegen ihrer chemischen Zusammensetzung schwerer zu verarbeiten waren. Der Absatz befand sich im freien Fall. Die Grube Königszug, einst die bedeutendste im Dillrevier, bestand bei ihrer letzten Schicht im März 1968 aus nur noch 120 Bergleuten. Einen Monat später wurde der Hochofen in Oberscheld ausgeblasen. Ein Teil der Belegschaft wechselte auf die noch im Betrieb befindliche Grube „Falkenstein“.

 

Beilstein

Die Grube Beilstein ist bereits um das Jahr 1765 als herrschaftliche Grube erwähnt, 1790 vom nassauischen Domänenfiskus erworben und im Jahre 1833 neu verliehen worden. Als selbständige Grube hatte Beilstein bis zum Jahre 1895 gefördert, um anschließend mit der Grube Königszug vereinigt zu werden. Die Grube „Beilstein“ war im 19. Jahrhundert in ihrer Zeit beispielhaft. Zahlreiche Neuerungen wurden auf dem „Beilstein“ zum ersten Mal erprobt. 1848 wurden im Wilhelmsstollen dieses Bergwerks erstmals Schienen verlegt, auf denen Holzwagen mit gusseisernen Rädern liefen, die ab 1848 von Pferden gezogen wurden. Kurz darauf wurde Dynamit eingesetzt und noch etwas später kamen die ersten Stahlbohrer zum Einsatz. 1872 wurde der „Beilstein“ als erste Grube des Dill-Reviers mit einer Kompressionsanlage ausgestattet, die eine Bohrmaschine antrieb. Nach Anschluss an die Bahnstrecke wurde 1880 die erste 114 Meter lange Seilbahn im Schelderwald erstellt.

Die Grube wurde auf einem mächtigen Eisensteinlager errichtet. Ab 1765 wurde im Tagebau, später im Stollenbau abgebaut. Die Fördermenge betrug jährlich zwischen 25 000 und 30 000 Tonnen. 1895 wurde die Grube wegen Erschöpfung geschlossen.

1940/41 wurde die Grube Beilstein von Buderus als Lehrgrube für die Untertageausbildung des bergmännischen Nachwuchses der Scheldetalgruben eingerichtet. Es war die erste Berufsschule für das Bergmannswesen im Lahn-Dillgebiet.  1948 übernahm die Grube Königszug diese Aufgabe. Von 1945 an waren hier die Geologische Abteilung und der Bohrbetrieb untergebracht.

 

Ölsberg

Die Grube „Ölsberg“ bei Eibach wird im Jahr 1765 als herrschaftliche Eisensteingrube erwähnt. 1835 wird die Grube aus den ehemaligen Grubenfeldern „Viehtrieb“ und „Oelsberg“ konsolidiert. 1868 wurden 2 323 t Eisenstein gefördert. Im Jahre 1873 erweitert man das Grubenfeld durch den „Neuen Ölsberg“ in nördlicher Richtung. Schon im Jahre 1883 vereinigt man die Grube Ölsberg dann offiziell mit der fiskalischen Grube Beilstein. 1927 erreichte die Grube mit 6 028 t Eisenstein ihre Höchstförderung. Die Grube Ölsberg wurde 1929 wegen zu geringer Eisensteinvorräte und qualitativ zu schlechter Erze stillgelegt.

Die Grube Ölsberg war schon verhältnismäßig früh mit der Grube Beilstein durch den Wilhelm-Stollen durchschlägig und verbunden, der von Südosten her in Richtung auf den Ölsberger Schacht zuführte. Man hatte die anstehenden Erze zunächst im Tagebau abgebaut bzw. im Tiefbau durch den 45 m Teufe einbringenden Ölsberger Stollen. Der Wilhelm-Stollen brachte gegenüber dem Ölsberger Stollen weitere 43 m Teufe ein. Für das Jahr 1868 ist eine Fördermenge von 2.323 t bei einer Belegschaft von 12 Mann überliefert.

Erhalten ist das Wohnhaus als technisches Denkmal des Bergbaus im Schelderwald.

 

Auguststollen

Der schon mehrfach genannte Begriff „Auguststollen“ bürgerte sich erst ab 1936 für die vielen Grubenfelder am östlichen Teil der „Eisernen Hand“, des Gebirgszugs zwischen Oberscheld und Eisemroth ein. Aus wirtschaftlichen Gründen schlossen bereits 1820 drei Firmen als Grubenbesitzer und der Domänenfiskus einen Vertrag, durch Errichtung des „Auguststollens“ eine gemeinsame Wasserführung ihrer untereinander verbundenen Stollen zu erleichtern. 1847 hatte der Stollen eine Länge von 400 m erreicht. 1889 wurde in gemeinschaftlicher Aktion ein weiterer, der „Burger Stollen“, vorangetrieben, der über 580 m an die vier Gruben angeschlossen wurde. 1910 kam die fünfte Grube „Sahlgrund“ hinzu. Ende des Jahrhunderts bauten sie in der Nähe des Burgerstollens eine moderne Aufbereitungsanlage, die eine Bahnstation der Scheldertalbahn erhielt. Ab dem Oberschelder Hochofen, der 1905 in Betrieb ging, führte eine Stichbahn in dieses Grubengelände.

1912 konzentrierte sich der Besitz um den „Auguststollen“ in der Hand der Firma J.C. Grün aus Dillenburg, der fast alle Grubenfelder erworben hatte. Grün errichtete 1920/21 eine neue Aufbereitungsanlage, in der Temper- und Hüttenerz aufbereitet wurden. Bis 1936 galten noch die alten Grubenfeldnamen für die einzelnen Betriebe, danach nur noch „Auguststollen“ für den Gesamtbetrieb.

1936 übernahm Buderus die Anlage in Pacht und begann 1938 im Osten der „Eisernen Hand“ mit der Erschließung eines neuen Tagebaus und mit der Errichtung einer neuen Aufbereitungsanlage für Temper- und Hüttenerz.

1956 wurde der Tagebau und 1959 die untertägige Erzgewinnung aufgegeben. Tempererz von benachbarten Gruben oder ausländischen Lieferungen wurden hier noch bis 1975 aufbereitet.

 

Falkenstein

Die Grube „Falkenstein“ liegt auf dem Gebirgszug zwischen Oberscheld und Eisemroth, direkt neben der „Hohen Straße“, einem alten Handelsweg. Sie war die modernste und jüngste Grube des Dillreviiers und die, die am längsten überlebte. Auch hier wurde früh nach Eisenerz geschürft. Als schon viele Gruben geschlossen waren, wurde 1957 ein Schacht, der das Erzlager in 250 m Tiefe erschließen sollte, abgeteuft. Die Anlage kostete über 5 Mio. DM. Mit dem geförderten Erz sollten die heimischen Hochöfen in Oberscheld und Wetzlar wenigstens teilweise bestückt werden. Das Erz wurde mit Lkws zur Verladerampe nach Oberscheld gefahren und dort auf Eisenbahnwagen verladen. 1970 wurde mit einer Belegschaft on 140 Mann insgesamt 150 000 t Erz gefördert. Zu dem Zeitpunkt war der Hochofen in Oberscheld bereits erloschen. Weil der Absatz ständig rückläufig war, wurde die Grube 1973 geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie insgesamt über eine Million Tonnen Erz zu Tage gefördert.

Heute dienen die Gebäude und Anlagen einem Abfallwirtschaftsunternehmen.