OCULUS Optik - Wetzlar/Dutenhofen

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Wilhelm Mager (OCULUS)
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Kurt_Kirchhübel_1947-(OCULUS))
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OCULUS ist ein Familienunternehmen, dass seit 125 Jahren optische Geräte für Augenärzte und Optiker herstellt. Es gehört zu den führenden Unternehmen dieser Branche in der Welt.

1895 gründete Alois Mager die Firma „A. Mager Spezialfabrik Ophthalmologischer Instrumente“ in der Chausseestraße 8 im Berliner Stadtteil Mitte. (grob zwischen dem heutigen Regierungsviertel und der Museumsinsel).

Zu seinen ersten Produkten gehörten Augenspiegel, Javal- Ophthalmometer und ein Perimeterbogen nach Förster.

1922 trat sein Sohn Wilhelm Mager in das Unternehmen ein und leitete es von 1924 bis 1956.

Durch ständige Fortentwicklung der Produkte und Erschließung und Ausweitung von Auslandsmärkten überstand das Unter-nehmen die Inflationsjahre Anfang der 1920er und die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis Anfang der 1930er Jahre.

Am 28. Dezember 1932 änderte das Unternehmen die Firma in „OCULUS GmbH“. Die ersten Produkte der neuen Firma waren ein Sehprobenapparat und als optisches Nebenprodukt das Opernglas „Aida“, das sich großer Beliebtheit erfreute. Das Unter-nehmen hatte zu dieser Zeit etwa 50 Mitarbeiter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Spezialmaschinen und Betriebsvorrichtungen des nunmehr in der Sowjetischen Besatzungszone von Berlin gelegenen Betriebes demontiert und nach Russland transportiert. Der Betrieb sollte in einen „volkseigenen Betrieb (VEB)“ umgewandelt werden. Wilhelm Mager gründete daraufhin in West-Berlin zunächst einen Ausweichbetrieb. Die immer schwieriger werdende Lage in Berlin veranlassten Wilhelm Mager zusammen mit seinem Schwa-ger Kurt Kirchhübel, der 1947 als Geschäftsführer in die Firma eingetreten war, den Betrieb nach Westdeutschland zu ver-legen. Für ein Optikunternehmen war die mittelhessische Optikstadt Wetzlar mit Betrieben wie Leitz (Leica), Hensold (Zeiss), Loh (Optikmaschinen) und Minox die erste Wahl. Im Ortsteil Dutenhofen nahe der B49 (von Limburg nach Gießen) und der A45 errichteten sie ihr Werk.

Ein Unternehmen mit solchen speziellen Produkten kann diese nur in engem Kontakt mit der Praxis weiterentwickeln. So begann 1957 eine enge Kooperation mit Prof. Dr. Heinrich Harms, dem Leiter der Augenklinik in Tübingen und seiner Ober-ärztin Prof. Elfriede Aulhorn, beide anerkannte Experten und Mitglieder der Leopoldina (sozusagen: dem „Olymp“ der deut-schen Wissenschaft). Das Ziel von OCULUS war immer, Sehen zu erhalten mit dem Ziel, dem Augenarzt Diagnosen zu erleichtern, Fehlentwicklungen zu erkennen und durch genaue Brillen die Sehfähigkeit optimal herzustellen. Hierfür suchten sie ein spezielles Gerät zur Gesichtsfelderkennung, einem Perimeter.

Oculus konstruierte ein solches Tübinger Hand-Perimeter und stellte es 1959 vor und verkaufte es bis 1982 über dreihundert Mal in alle Welt. Es wurde die Basis für alle weiteren Perimetern.

1960 eröffnete das Unternehmen eine eigene Spritzgussabteilung, denn viele Optiken sind in Kunststoff eingefasst und viele anderen Teile wurden wegen der Gewichtsersparnis aus Kunststoff gefertigt. Heute übernehmen 3D-Drucker diese Aufgaben. Kurz danach entwickelte OCULUS ein Mesoptometer, das heute noch als ‚Mesotest‘ zur Führerscheinprüfung eingesetzt wird.

Die Expansion des Unternehmens verlangte nach einem neuen Bürogebäude, das 1963 errichtet wird. 1967 schloss sich ein weiteres Gebäude an.

Anfang der 1970er Jahre begann eine lange Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Josef Reiner, dem damaligen Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik (HFAK) in Köln. Diese Fachschule bildete die verschiedensten Berufe des Augenoptikgewerbes aus und ermöglichte auch den Abschluss zum Augenoptik-Meister. Sinn dieser Zusammenarbeit war nicht zuletzt, den Fachoptiker vor Ort und seinem Personal in die Bedienung und Auswertung seiner Geräte einzuweisen. Hierfür wurde ein umfangreicher Servicedienst eingerichtet. Aus der Zusammenarbeit mit der HFAK entstand ein speziellen Binoptometer, das 1975 erstmals vorgestellt wurde. 1976 folgte der Tübinger Perimeter-Automat, das mit Mitteln des BMFT entwickelt wurde und 1980 in Serie ging, gleichzeitig mit einem neuen Sehtestgerät, dem Binoptometer, mit dem man begann, die Abteilung ‚Arbeitsmedizin‘ auf-zubauen.

1981 trat Diplom-Ingenieur Rainer Kirchhübel in das Unternehmen ein. Wenige Jahre später begann eine Kooperation mit der japanischen Firma NIDEK, ebenfalls einem Hersteller von ophthalmologischen Geräten, die OCULUS in Deutschland exklu-siv vertritt.

Einen weiteren Meilenstein setzte das SDI Biomsystem zur kontaktlosen Weitwinkel-Beobachtung in der Glaskörperchirurgie (binocular indirect ophthalmomicroscope (BIOM), das in Zusammenarbeit mit Prof. Reiner und Prof. Spitznas, den Leiter der Augenklinik in Bonn entwickelt wurde. Nach mehrfacher Überarbeitung ist es heute der Weltstandart der Weitwinkelchirurgie.  

Nach dem Mauerfall in Berlin und der sich andeutenden Auflösung des Ost-West Blockes errichtete OCULUS Niederlassungen in Tschechien, der Slowakei und in Polen. Rechtzeitig genug, um 1995 das 100jährige Firmenjubiläum mit aller Zuversicht mit über 200 Mitarbeitern zu feiern. Inzwischen unterhält OCULUS neben einem weltweiten Händlernetz auch noch eigene Nie-derlassungen in den USA, Hongkong und Spanien. 70% des Umsatzes entfallen auf den Export in über 80 Länder.

Die folgenden Jahren waren durch eine Vielzahl technisch neuer Instrumente geprägt, unter denen das heutige Flaggschiff von OCULUS, die automatisch rotierende Scheimflugkamera ‚Pentacam©‘ im Jahr 2002 als Weltneuheit hervorstach.

2006 erwarb OCULUS im Nachbarort Münchholzhausen ein Gelände, auf dem Gebäude für die Abteilungen Marketing, Opti-sche Fertigung und Kunststofffertigung errichtet wurden.

OCULUS gründet weitere Tochterfirmen: 2008 in Hong Kong, 2011 in Madrid, für die Betreuung der südamerikanischen Länder die Firma ‚OCULUS Surgical Inc.‘ in Florida/USA und 2018 eine eigene Niederlassung in Südamerika, in Sao Paulo /Brasilien.

2013 beginnt mit dem Bau des beeindruckenden Logistikzentrums das größte Bauvorhaben der Firmengeschichte. Das Zen-trum wird zwei Jahre später eingeweiht.

Die technischen Neuentwicklungen gehen weiter, darunter Einmalprodukte für Operationen und Messbrillen in verschiedenen Ausführungen.

Im Jahre 2020 feiert das Familienunternehmen sein 125-jähriges Bestehen mit seinen ca. 350 Mitarbeitern. Der Umsatz betrug 2017 und 2018 ca. 70 Mio.€, der Gewinn 2016 ca. 10 Mio. €, 2018 ca. 6 Mio. €.

 

Das Familienunternehmen OCULUS ist ein weiteres Beispiel für Spitzentechnologie aus Mittelhessen und gehört als hidden chapion zu den Global Players der Region an Lahn und Dill.