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Fabrik um 1900
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Im Lahn-Dill-Montanrevier entstanden viele kleine Firmen, die zunächst als Zulieferer für bestimmte Produkte für die Gruben-, Hochofen- oder Gießereien tätig waren, bald eigene Ideen entwickelten, die sie mit viel know-how und Entwicklung von Patenten in die Selbständigkeit führte. Die Herborner Pumpenfabrik ist ein gelungenes Beispiel für solche Unternehmen, die dann mit Erfolg ihren ganz eigenen Weg gingen.

Im Jahre 1874 gründete Johan Heinrich Hoffmann in der Littau direkt gegenüber dem Bahnhof eine Pumpenfabrik. Zwischen 1877 und 1884 errichtete Hoffmann zur Beschleunigung der Produktion eine eigene Gießerei und ein Trockenofen. Die Kraft zum Antrieb der Maschinen und Geräte lieferte eine Dampfmaschine. Zunächst firmierte sein Unternehmen ab 1892 unter dem Namen „Maschinenbau, Eisen- und Metallgießerei“. Das Unternehmen wurde 1895 in eine OHG umgewandelt und 1903, nach Eintritt von August Remy, in eine GmbH. Alleinige Gesellschafter waren Hoffmann und Remy. Im Handelsregister wurde als Zweck des Unternehmens der Betrieb einer „Pumpen- und Maschinenfabrik, einer Eisen- und Metallgießerei, der Ein- und Verkauf von Maschinen, Eisen- und Metallwaren aller Art sowie der Betrieb einer Ziegelei und sonstiger Nebengewerbe“ eingetragen.

Bereits in den Jahren ab 1900 wurde eine neue Gießerei errichtet, die bereits kurz danach erweitert werden musste. Das Unternehmen expandierte und wurde ein bedeutender Arbeitgeber in Herborn, so dass Hoffmann zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde. Er starb 84jährig im Jahre 1915.

Über die Unternehmensentwicklung zwischen den beiden Weltkriegen liegen keine Informationen vor. Das Werk, das sicherlich militärische Bedeutung hatte, wurde 1944 bei einem Fliegerangriff fast völlig zerstört.

Nach dem Wiederaufbau konzentrierte sich das Werk auf die Herstellung von Industriepumpen. Nach der konsequenten, zukunftweisenden Modernisierung, besonders im Bereich der Gießerei, schaffte das Unternehmen den Sprung an die Spitze der Pumpenindustrie in Europa.

Auch in den Jahren zwischen 1970 und 1974 gab es umfangreiche Modernisierungen: einen neuen Drehtrommelofen, einen neuen Prüfstand und dem umweltgerechten Umbau der Gießerei. Der Umbau der Gießerei und auch der Formanlage standen fast täglich auf der Tagesordnung, denn die Automatisierung nahm in dieser Zeit Fahrt auf und verlangte eine ständige Anpassung an die Technologie eines Spitzenunternehmens.

Nach der Wende wurde ein zweiter Service- und Montagestützpunkt in Landsberg an der Saale nahe Halle gegründet.

Das Ende des Jahrhunderts war durch die Einführung der 3D-Technik und des CAD-Verfahrens und des weiteren Ausbaus in Herborn geprägt. 2001 wurden gar 2,5 Mio. Euro in die Aufstellung neuer CNC-Fräsmaschinen und einem neuen Pumpenprüfstand investiert. Da die Geschäfte mit Osteuropa gut liefen, wurde in Landsberg ein eigenes Osteuropa-Büro eröffnet. In Herborn folgten eine Innovation auf die andere, besonders um den Wirkungsgrad der Pumpen zu verbessern und die erzeugte Wärme beim Pumpenbetrieb zu verbessern. 2006 wurde die Baureihe UNIGUM der Abwasserpumpen vorgestellt, die eine Innengummierung gegen Verschleiß besaß. Es folgten weitere, zum Teil weltweit einzigen Techniken.

2016 wurde der Herborner Pumps US, LP in Sarasota, Florida gegründet. Damit beschritt die Herborner Pumpentechnik den Weg zur Globalisierung. In neuester Zeit spielt dabei die Digitalisierung eine maßgebliche Rolle.  Hauptanwendungsgebiete sind Abwasserpumpen, Schwimmbadpumpen und Pumpen für Schiffe.